JAPAN - Jōmon Ära bis zu den ersten Tennos

Japan ist aufgrund der großen Entfernung zu Europa kein massentaugliches Urlaubsziel. Wer dennoch nach Japan reist, erlebt ein Land voller Schönheit, architektonischer Highlights und freundlicher Menschen. Dabei gilt es, sorgfältig abzuwägen, welche der zahlreichen Aspekte Japans betrachtet werden sollen; denn die Entfernungen sind groß und allzuoft ist der kulturelle Hunger größer als die zur Verfügung stehende Zeitspanne.

 

Im Mittelpunkt dieser unserer Japanreise steht die die grandiose Geschichte Japans. Dabei lernen wir zuerst die Jōmon-Kultur kennen, die sich in verschiedenen Phasen von etwa 14.000 v.Chr. bis ca. 300 v.Chr. erstreckte. In diesem langen Zeitraum lernten es die Menschen, sich vom Dasein als Jäger, Fischer und Sammler zu lösen. Die Gemeinschaften wuchsen schnell, die Dörfer umfaßten bisweilen hunderte Menschen. Ackerbau, Viehzucht und die Herstellung aufwendiger Keramik und weiterer Nutz- und Sakralgegenstände bestimmten den Alltag der Familien. 

 

Die vorherrschenden religiösen Gepflogenheiten gründeten sich auf Animismus und Schamanismus. Dabei wurden Geister der Natur und der Ahnen verehrt. Insbesondere die Dogū-Figuren zeigen dabei auch Aspekte der Fruchtbarkeit, die ja für das Überleben der einzelnen Clans war und entsprechend erfleht wurde.

 

Die Institution des Tennō existiert vermutlich erst seit der Gründung des japanischen Staatswesens im 5. Jahrhundert nach Christus. Seit der Begründung des Yamato-Reichs fand kein Dynastienwechsel mehr statt. Diese Kontinuität kam unter anderem dadurch zustande, dass für das Tennō-Amt in Ausnahmefällen auch Frauen eingesetzt werden konnten, wenngleich auch nur in symbolischer Funktion. Die Staatsgeschäfte wurden in diesen Fällen von ihren Ehemännern, den Prinzregenten ausgeführt.

 

In den ersten japanischen Reichschroniken, die 712 und 720 abgefasst wurden, wird die Sonnengottheit Amaterasu als Ahnherrin des Tennō angeführt. Die Bedeutung des Tennō-Amtes hat im Laufe seiner Geschichte stark fluktuiert. Vom 7. bis zum 8. Jahrhundert stellten die Tennō tatsächlich die oberste Regierungsinstanz dar, im Laufe der Zeit wurde die Entscheidungsmacht des Tennō aber immer stärker durch Regenten, und schließlich durch die Shōgune eingeschränkt.

 

Im 7. Jahrhundert stand Japan unter starkem kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss Tang-Chinas, neben dem Buddhismus und der chinesischen Schrift wurden auch die chinesischen Adelsränge und Staatsstrukturen übernommen. Die Eigenbezeichnung als Tennō für „Himmlischer Herrscher“ und „Göttlicher Kaiser“ folgte ebenfalls dem chinesischen Vorbild, sie bezweckte aber auch Emanzipationen gegenüber dem Kaiserreich China und eine politische Abgrenzung von Tang-China. 

 

Erst daraufhin wurden ab Ende des 7. Jahrhunderts (Asuka-Zeit) bzw. Anfang des 8. Jahrhunderts (Nara-Zeit) jene grundlegenden japanischen Chroniken und Geschichtsmythen verfasst, die eine Abstammung von der Sonnengöttin Amaterasu beanspruchen und bereits den legendären Herrscher Jimmu als ersten Kaiser (Tennō) bezeichnen.

 

Mit dieser geschichtsträchtigen Markierung endet der inhaltliche Rahmen unserer Reise. Wir werden von Menschen und ihren Zielen hören, wir werden dabei die Rolle der Religion(en) betrachten, wir werden die Stätten besuchen, an denen Geschichte gemacht und Alltag gelebt wurde. Und am Ende der Reise werden wir das alte und das moderne Japan mehr verstehen - und vielleicht sogar lieben.

 

Ihre akademische Reiseleiterin: ao.Univ.-Prof. i.R. Dr. Ingrid Getreuer-Kargl

Termin: Herbst 2027 (genauer Termin wird noch bekanntgegeben)

Preis: Wird noch bekanntgegeben

Detailprogramm, Information, Buchung: [email protected] +43 699 1310 4166

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